Verliebt in Portugal

Material, Stricken, Unterwegs
Im Surferparadies Nazare.

Ich muss es zugeben, meine erster Tag in Portugal war eine Katastrophe. Auf meiner Radreise im Jahr 2017 kam ich am späten Nachmittag von La Guarda in Spanien mit der Fähre in Portugal. Ich ging direkt auf einen Campingplatz und startete morgens in Richtung Braga. Bald setzte Regen ein, die Straßen wurden rutschig, das Fahrrad war wegen des Gepäcks schwer, und die Autofahrer versuchten gar nicht erst, mit Abstand zu überholen. Es war eine krasse Umstellung, denn in Spanien wird unglaublich viel Rücksicht auf Radfahrer genommen. Ich verfluchte dieses Portugal, war mittlerweile auch noch total durchnässt, setzte mich in eine kleine Pizzeria und dachte nach. Ich entschied mich, wieder in Richtung der Küste zu fahren, wo ich (bereits im Dunklen) einen Campingplatz erreichte, auf dem ich mir ausnahmsweise einen Caravan gönnte. Klamotten trocknen, eine Bett, sogar ein Vorzelt mit Sofa. Auf meinem Handy streamte ich mir einen Film und es fühlte sich an wie der totale Luxus. Es gab sogar einen kleinen Supermarkt, den die freundliche Dame der Rezeption für mich öffnete, und ich kaufte allerlei Lebensmittel und Süßigkeiten für ein opulentes Abendmahl ein. Am nächsten Tag wurde es sonnig, und so blieb es die meiste Zeit während meiner Fahrt durch Portugal. Ich folgte der Atlantikküste und nahm sogar drei Tage lang meinen allerersten Surfunterricht. Ich hatte eine wunderbare Zeit.

In Lissabon fand ich dann endlich wieder ein Wollgeschäft. Im Laden von Rosa Pomar kaufte ich original portugiesische Wolle ein. Normalerweise hätte ich wohl zu anderen Produkten gegriffen, aber wenn man schonmal in Portugal ist, sollte es doch etwas typisches sein. Mittlerweile liebe ich diese Wolle. Sie ist nicht weich und kuschelig, wirkt fast kratzig beim Stricken, wird nach dem Waschen etwas weicher. Das Garn, im Gegensatz zu den vielen Garnen, die ich über die letzten Jahre verstrickt habe, wirkt jedoch einfach lebendig. Es bleibt rau, kratzt aber auch nicht. Es erinnert mich an Portugal: windig, wild, sonnig.

Aus dem Garn namens Me-Me 2ply habe ich ja schon zwei Paar Socken gestrickt. Mein eigenes Paar habe ich in diesem Winter sehr viel getragen, und man kann fast gar keine Abnutzungserscheinungen erkennen. Ein anderes Garn in eher Lacestärke (auch direkt in Lissabon gekauft) habe ich noch gar nicht angestrickt. Vielleicht soll es ein Pullover werden, da bin ich noch unentschieden. Trotz meiner gut voranschreitenden Garndiät habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, mir Nachschub aus Portugal schicken zu lassen. Glücklicherweise vertreibt Wollen Berlin auch einen Teil des Sortiments von Rosa Pomar. Aus dem Garn Brusca habe ich vor kurzem ein kleines Set aus Hose und Weste für ein Baby gestrickt. Jetzt nutze ich dieses Garn für ein Paar Handschuhe. Trotz einer empfohlenen Nadelstärke von 4mm stricke ich mit 2,5mm dünnen Nadeln, damit das Gestrick schon fest und dadurch haltbar wird. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, ich bin richtig verliebt in diese Garne. Und ich hoffe, irgendwann wieder mit dem Fahrrad durch Portugal reisen zu können.

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